AUTOMATION

Neue E-, MSR- und Leittechnik für Klärschlammverbrennung München Nord

In der Klärschlammverbrennung im HKW München Nord Block 3 wird Klärschlamm aus der Kläranlage Gut Großlappen mittels drei Zentrifugen eingedickt, in zwei Prallmühlen getrocknet und durch Eindüsen in den Rauchgasstrom der Müllkessel 31 und 32 verbrannt. Die Kläranlage Gut Großlappen sichert zusammen mit der Kläranlage Gut Marienhof die Abwasserentsorgung von ca. 1,5 Mio Einwohner und verarbeitet 80 Mio m³ Abwasser jährlich. Der anfallende Klärschlamm wird nach dem Ausgasen zum Teil vor Ort und zum Teil im HKW verbrannt.

Umfangreiche Arbeiten an der Mess- und Leittechnik

Der Umfang der Arbeiten umfasste den teilweisen Austausch der Messtechnik (inkl. Lieferung der Messgeräte), die Erneuerung der gesamten Verkabelung und eine komplett neue Leittechnikebene, die in das bestehende PCS7-System eingebunden wurde. Ebenso wurden die bestehenden Leistungsschränke abgebaut und durch eine neue ABB Niederspannungsschaltanlage in Einschubtechnik ersetzt.
 
Dabei wurden rund 100 Motoren und Stellantriebe neu verkabelt, etwa 50 Messungen ersetzt und 20.000m Leistungs- und Datenkabel neu verlegt. Die bestehende S5-Steuerung und die Sicherheitstechnik wurde durch eine AS417-4-2FH ersetzt. Nach Abschluss der Inbetriebnahme wurde die gesamte Altelektrik inklusive Verkabelung rückgebaut.

Enger Zeitplan

Der gesamte Umbau und die Kalt-Inbetriebnahme der Anlage mussten innerhalb von 12 Tagen bewerkstelligt werden, um die Puffer in den Klärwerken nicht zu überfüllen. Erschwerend kam hinzu, dass im Vorfeld nur wenige Kabel gezogen und keine Geräte ausgetauscht werden konnten, da die Anlage bis zur letzten Minute in Betrieb war und die Verbrennung nicht gefährdet werden durfte.

Erfolgreiches Anfahren

Die Kalt-Inbetriebnahme konnte aufgrund der guten und reibungslosen Zusammenarbeit mit dem Betrieb innerhalb der vorgegebenen Zeit abgeschlossen werden. Bereits 14 Tage nach dem Abstellen konnte die Klärschlammverbrennung wieder angefahren werden. Der Umbau konnte somit zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen werden.
 
Insbesondere die deutlich verbesserte Bedienung und Visualisierung erleichtert dem Leitstandspersonal die Kontrolle der Anlage. Durch die Einbindung in PCS7 und die Erneuerung der Messgeräte verbessern sich auch die Möglichkeiten für effiziente Wartung und Störungssuche.
 
 
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